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Wie findet man den wirklichen Jesus Christus in Texten, die 2000 Jahre alt sind? Können wir uns darauf verlassen, dass die Evangelien ihn schildern, wie er war und ist?
Mit dem Evangelium ragt etwas in unsere Zeit herein, das zunächst wie ein Findling inmitten der heutigen Zivilisation erscheint. Es steht im schroffen Gegensatz zu fast allem, was man sonst gelernt und aufgenommen hat und lässt sich mit den Gedanken und Erfahrungen, die man als moderner Mensch aufnimmt, nur schwer verbinden. Es scheint längst verklungene Geschichten zu erzählen, die manchmal sogar ein bisschen peinlich und süßlich anmuten.
Das wache Denken erweist sich dem Glaubenwollen gegenüber als viel stärkere Kraft, die nicht ohne Preisgabe der inneren Wahrhaftigkeit verleugnet werden kann. So haben sich viele vom Evangelium abgewandt oder stehen ihm zweifelnd gegenüber.
Kann der Umgang mit dem Evangelium wieder quellfrisch werden, statt eine verstaubte Angelegenheit zu sein? Ist es möglich, eine eigene Beziehung zum Evangelium aufzubauen, die nicht nur subjektiv ist, sondern zugleich auf unsere heutigen Fragen, Nöte und Lebensverhältnisse passt und Antwort zu geben vermag?
Wie wird das Evangelium zu einer aktuellen Begegnungsstätte mit Ihm? Sind wir bereit, dem Evangelium eine zweite Chance zu geben, noch einmal einen ersten Eindruck auf uns zu machen?
Ylwa Breidenstein | seit 1991 Priester der Christengemeinschaft, die letzten 15 Jahre in Järna, Schweden, tätig.
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