Leitfaden Vollzeitstudium 2019/20

Vollzeitstudium 2019/20 Leitfaden

Ausbildung zum Priester in der Christengemeinschaft am Hamburger Priesterseminar

Die Themenräume

Wintersemester 2019/2020

1. Modul: „Schwelle und Anfang“ 23.09. – 16.10.2019
2. Modul: „Vatergott“ 23.10. – 13.11.2019
3. Modul: „Sohnesgott“ 20.11. – 04.12.2019
4. Modul: „Geistesgott“ 15.01. – 05.02.2020

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Sommersemester 2020

5. Modul: „Gemeinschaftsbildung“ 15.04. – 06.05.2020
6. Modul: „Sakramente“ 13.05. – 29.05.2020
7. Modul: „Predigt und Verkündigung“ 03.06. – 23.06.2020

Wintersemester 2020/2021

1. Modul: „Ein Werdender“ – in Bewegung bleiben
2. Modul: „Ernst“ – Selbstführung
3. Modul: „Vorangehen“ – Gottvertrauen
4. Modul: „Ja, so sei es“ – Glaube, Liebe, Hoffnung

Sommersemester 2021

5. Modul: „Altar“ – Ort der Wandlung
6. Modul: „Amt“ – Führungsfragen
7. Modul: „Gemeinde“ – Engel der Gemeinde

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Vollzeitstudium am Priesterseminar Hamburg

Das Gesamtkonzept in Kurzfassung

Studieren am Hamburger Priesterseminar bedeutet dem Grundverständnis nach ein Selbststudium, das durch die Angebote der DozentInnen und Lernbegleiter angeregt und gefördert wird.

Das Vollzeitstudium eignet sich – anders als das „Studium für Berufstätige“ mit seinen langfristig verabredeten Präsenzzeiten – dazu, die Studienzeiten in Hamburg den individuellen Möglichkeiten und Voraussetzungen der Studierenden anzupassen. Persönliche Voraussetzungen spielen dabei eine größere Rolle und zeitliche Bedingungen wie z.B. ein Studium mit Unterbrechungen verschaffen Freiräume, anderweitigen Verantwortlichkeiten gerecht zu werden. Die Zusammensetzung der Lerngemeinschaft in der Vollzeitgruppe ist dafür offener und wechselvoller – die für individuelle Studienformen notwendige Flexibilität ist ein besonderes Übfeld für alle Beteiligten. Wir legen jedoch Wert auf verlässliche Absprachen untereinander und mit den Dozenten. Für die Steuerung der individuellen Studienwege bieten wir individuelle Lernprozessbegleitung durch
Seminarleiter und Fachdozenten an – dies gilt vom Moment des ersten Vorgesprächs an. Die Ausbildung verläuft im Prinzip durch drei Studienjahre, an die sich gegebenenfalls eine etwa sechsmonatige Schlussausbildung anschließt. Die beiden ersten Studienjahre gliedern sich in je sieben Module, deren Themen sich jeweils an bestimmte Worte und Vollzüge der Priesterweihe anlehnen. Jedes Modul umfasst drei bis vier Wochen, die in ihrem unterschiedlichen Aufbau einen geeigneten Lernweg zu dem betreffenden Thema ermöglichen sollen.

Das letzte Studienjahr beinhaltet nach einer Vorbereitungszeit am Seminar ein etwa halbjähriges Praktikum in einer Gemeinde, eine mehrwöchige Präsenzzeit in Hamburg und mündet nach der Vorstellung beim Siebenerkreis und einem dort erfolgten positiven Votum schließlich in die Schlussausbildung bis zur Priesterweihe. Mit dem 1. Advent beginnt das Gemeindepraktikum an einem Ort, der zuvor mit der Seminarleitung verabredet wird. Mitte Mai bis Ende Juni werden die Studierenden beider Studienzweige (Voll- und Teilzeitausbildung) zusammengeführt. Über die Aufnahme in die Schlussausbildung wird Ende Juni nach Empfehlung von der Seminarleitung durch den Siebenerkreis beschlossen. Sie beginnt im September. Nach dem Weihebeschluss Ende Dezember bis zu den Priesterweihen (Februar / März) kann sich die unmittelbare Weihevorbereitung anschließen. Auf die Priesterweihe folgen einige Wochen weiterer Vorbereitung, bevor die Neugeweihten in ihre Gemeinden entsandt werden.

 

Lernprozesse – Themenräume – Leitsterne

In den vergangenen Jahren haben wir unser Ausbildungskonzept grundlegend überarbeitet und umgestellt. Ausgangspunkt für die neue Art des Studierens, die wir nun durch mehrere Semester gemeinsam mit den Seminaristen weiterentwickelt haben, ist ein verändertes Lernverständnis. Es sieht die Aufnahme von Inhalten nicht als Ziel, sondern als Beginn eines Weges an, den Lernende zur Aneignung von Kompetenzen gehen. Sowohl den Anfang als auch das Ziel eines jeden Lernprozesses kennzeichnet eine gewisse Unsicherheit: Zunächst kann ich mit dem, was mir bisher an Wissen und Fähigkeiten eigen ist, einer Herausforderung, die mir das Leben stellt, nicht (mehr) gerecht werden. Aus dieser Unsicherheit speist sich der Lernwille, der sich regt, weil er das bisher Unerkannte oder nicht zu Bewältigende verstehen bzw. handhaben können will. Am Ende des Lernens steht eine Tat, deren eigentlichen Sinn ich vorab nicht (voll) überschauen kann, sondern erst im Nachhinein und sinnvollerweise durch Mithilfe Anderer ins Bewusstsein heben kann: Was habe ich gerade erlebt – und wird es mich dazu ermutigen, in der nächsten Herausforderung wieder auf die Kraft zu vertrauen, dass meine Kompetenz gegenüber dem Neuen, Unverstanden und nicht Handhabbaren standhalten kann?

Die Idee der Themenräume haben wir entwickelt, um innerhalb der Ausbildung eine Reihe von Lernprozessen zu veranlagen, die sich einerseits so stark wie möglich aus dem individuellen Lernwillen speisen (der durch Vorgegebenes jedoch nur eingeschränkt aktiviert werden kann) und andererseits ihre Herausforderung durch die Struktur der unterschiedlichen Modulwochen erhalten. Die Lernräume sind dabei so großzügig gehalten, dass sie den individuell unterschiedlichen (auch inhaltlichen) Voraussetzungen der Lernenden entgegenkommen und dennoch eine Begegnung mit einigen zentralen Lebensfeldern ermöglichen, um die es im Priesterwerden geht. Die Weite der Modulräume haben wir durch die Formulierung von „Leitsternen“ gefunden. Sie stehen „am Himmel“ oberhalb der gemeinsamen Lernräume und individuellen Lernwege und ermöglichen die „Navigation“ der souverän gesteuerten Lernschiffe, als die sich die Studierenden (hoffentlich) begreifen. Dafür haben wir einige Worte und Motive aus der Priesterweihe ausgewählt, deren sakramentaler Vollzug den „Sinn“ der Ausbildung stiften soll.

Was wir sehen wollen

Zum Kompetenzprofil des Priesters in der Christengemeinschaft Kurz gesagt, kann das Ausbildungsziel am Priesterseminar als ein Erwerben von Kompetenzen beschrieben werden, die dazu führen können, „religiöse Erfahrung zu ermöglichen“. Die damit verbundene innere Haltung, selbständige religiöse Aktivität bei den Einzelnen anregen zu wollen, umfasst letztlich alle Bereiche priesterlichen Handelns. Priester wirken durch Verkündigung, Seelsorge und die Hinführung zu den Sakramenten gemeinschaftsbildend.

Als Zielbilder unseres Ausbildungskonzepts lässt sich das Zugehen auf die Handlungs- und Lebensfelder des Priesterwirkens folgendermaßen differenzieren:

I. Mit Fragen unterwegs sein

Lernprozess: Experimentelles und kontinuierliches Umgehen mit den Lebensfeldern Evangelium, Anthroposophie, Theologie

Übung: Projekte der Verkündigung

Haltung: Interesse für die Welt

II. Soziale Prozesse gestalten

Lernprozess: Prozesse wahrnehmen und steuern

Übung: Anleiten zu selbständigen Erfahrungen

Haltung: Liebe zum Menschen

III. Sich selbst erneuern

Lernprozess: Selbst-reflektierende Gewohnheiten bilden

Übung: Erfahrungen in Teamarbeit sammeln

Haltung: Sich helfen lassen können

 

 

Zeitstruktur der Wochen und Module

Grundsätzliches

Die Tage der Woche sind so gegliedert, dass sie mit dem Vollzug der Menschenweihehandlung um 7:30 Uhr beginnen. Nach dem gemeinsamen Frühstück folgt eine längere Kurseinheit bis 10:30 Uhr, die – wie auch die Nachmittagseinheit (14:30 – 16:30 Uhr) – u. a. die Kurse mit Gastdozenten in der ersten und letzten Modulwoche beinhaltet. Montags bis freitags zwischen 11:00 und 12:50 Uhr steht in der Stundentafel das Kontinuum der Fachkurse, in denen durch alle Wochen hindurch geübt wird: Eurythmie, Evangelium, Sprachgestaltung, Altgriechisch, Bothmergymnastik/Spacial Dynamics, Priesterkurse.

Erste Modulwoche

Vor Beginn des Gast-Kurses zum anregenden Auftakt steht die individuell zu findende „vorläufige Fragestellung“, mit der die Studierenden in das Modul starten: Kurs und / oder die Begegnung mit der Dozentin bzw. dem Dozenten sollen die Suche nach dem eigenen Studienthema anregen, das ab der zweiten Woche individuell vorbereitet und ausgewählt wird.

Zweite Modulwoche

Es ist die Woche der aus der Studentengemeinschaft gefundenen und organisierten Begegnungen mit Menschen und Themen, die wir als Lernreise (Learning Journey / Sensing Journey) verstehen. Zugleich ist für die eigene Studienarbeit der Übergang vom Sammeln zum Begrenzen des Themas zu schaffen.

Dritte Modulwoche

Tage der Eigenarbeit münden in die Tage der Präsentationen der Studienarbeiten, die auch als Übungsanleitung gestaltet werden können: Mittwoch und Donnerstag. Der Freitag steht im Zeichen des Feedbacks durch die Seminarleiter und dem Auftakt zur Frage: Was habe ich erfahren?

Vierte Modulwoche

Am Ende des Themenraums steht der zweite Kurs von einem Gastdozenten zum Modulthema, der in die freien Tage zwischen den Modulen überleitet, die für eine weitere Verarbeitung der Themen genutzt werden kann.

 

Studienvoraussetzungen

Bei der Entscheidung über die Aufnahme berücksichtigen wir die entsprechenden formellen Unterlagen und Zeugnisse, wichtiger ist uns jedoch die Wahrnehmung der individuellen Voraussetzungen. Eine der Fragen, über die wir uns in dieser Hinsicht Gedanken gemacht haben, ist die nach der Altersgrenze der Teilnehmenden. Wir haben uns entschlossen, den Beginn des Studiums vor Vollendung des 50. Lebensjahres zu empfehlen, werden aber im Einzelfall gegebenenfalls auch ältere Studienbewerber aufnehmen. Dabei gilt es u. a. abzuwägen, wie viele Arbeitsjahre nach der Zeit der Ausbildung und Einarbeitung bis zum Eintritt ins Rentenalter voraussichtlich noch verbleiben. Das persönliche Gespräch mit der Seminarleitung (z. B. im Rahmen von „Orientierungstagen“ und / oder Hospitationen) bringt eine Klärung bezüglich der Aufnahme des Studiums. Die Kurssprache ist Deutsch; entsprechende Sprachkenntnisse setzen wir voraus.

Bewerbungsverfahren

Für den Beginn des Studiums im Studienjahr 2019 / 2020 erbitten wir schriftliche Bewerbungen spätestens bis zum 01.09.2019 an folgende Adresse:

Priesterseminar Hamburg der Christengemeinschaft
Johnsallee 17
20148 Hamburg

Terminabsprachen für Beratungsgespräche mit den Seminarleitern sind jederzeit über das Sekretariat möglich:
Angela Moeller
Telefon: 040. 33 45 55-80
Email: info@priesterseminar-hamburg.de

 

Studiengebühren

Die Priesterseminare der Christengemeinschaft finanzieren sich aus drei verschiedenen Quellen: Aus dem Haushalt der Gesamtheit (Foundation) wird eine jährliche Sockelfinanzierung bereitgestellt. Eine zweite Einnahmequelle stellen die Spenden aus dem Kreis der Freunde und Förderer dar, die durch ihre einmaligen und regelmäßigen Zuwendungen einen besonderen Beitrag zur Ausbildung künftiger Priester leisten. Bleiben noch die Studiengebühren der Seminaristen. Um diese aufzubringen, setzen Studierende regelmäßige Einkünfte bzw. ihre Rücklagen ein, manche kümmern sich um einen Paten- bzw. Spenderkreis in ihrem persönlichen Umfeld und / oder in der Herkunftsgemeinde. Im Beratungs- bzw. Aufnahmegespräch sollten entsprechende Fragen konkret beraten werden. Informationen erteilen die Seminarleiter.

Für die Beiträge der Studierenden im Vollzeitstudium haben wir zur Zeit folgende Summen festgelegt:
Studiengebühren pro Studienjahr 3.420,- €
bei monatlicher Zahlung: 285,- €
Anmeldegebühr: 60,- €

Der Studienfonds Mittel & Wege stellt in begrenztem Umfang zinslose Darlehen zur Verfügung. Der Fonds ist eine Einrichtung der Gemeinnützigen Treuhandstelle Hamburg und wird von Studenten verwaltet.

Studienfonds Mittel & Wege
Mittelweg 147, 20148 Hamburg
Tel.: 040 41 47 62 13
mittel-und-wege@gmx.de
www.mittelundwege-studienfonds.de